07.10.2017 14:30 Alter: 1 year
Kategorie: News
Von: Jörg Neumann

Mit der Wasserwand gegen die Gase

Eberdinger Feuerwehr probt den Ernstfall: Bei einer Übung wird angenommen, dass chemische Substanzen zweier Reinigungsmittel miteinander reagiert haben.


 

Unter anderem auf der eigenen Facebook-Seite hatte die Freiwillige Feuerwehr Eberdingen ihre Hauptübung in der Eberdinger Seitenstraße angekündigt; ein Irrtum, wie sich erst kurz vor Beginn der Übung herausstellte, als die Sirenen der Feuerwehrfahrzeuge dort nur aus der Ferne zu hören waren. Der Einsatz sollte am Ende nämlich nicht in der Seitenstraße, sondern bei den Aussiedlerhöfen erfolgen, etwas außerhalb von Eberdingen.

Ein Ersthelfer bekommt vor Aufregung einen Herzinfarkt
So war es am Ende selbst für Kommandant Frank Sattler ein Ernstfall, denn auch er ging bis zuletzt davon aus, dass der Einsatz tatsächlich in der Seitenstraße vorgesehen war.
Stattdessen wurde jedoch aus dem Ampfertal ein Chlorgasunfall gemeldet.
Die Annahme des Szenarios: Chemische Substanzen zweier verschiedener Reinigungsmittel wurden versehentlich miteinander in Berührung gebracht und reagierten miteinander. Gefährliches Chlorgas entstand.
Ein Ersthelfer erlitt vor Aufregung einen Herzinfarkt und musste vor Ort erstversorgt werden. Auf dem Feld nebenan überhitzten sich zudem die Bremsen eines Traktors. Das geladene Düngemittel begann bereits zu glimmen.
Mit rund 35 Personen und sechs Fahrzeugen waren die drei Abteilungen der Eberdinger Feuerwehr – aus Nussdorf, Hochdorf und Eberdingen – im Einsatz.

Über die befestigten Feldwege fuhren sie aus unterschiedlichen Richtungen an, während die Einsatzleitung vor Ort für einen reibungslosen Ablauf sorgte. Mit Atemschutz und entsprechender Schutzkleidung sicherten einige Kameraden den Bereich, in dem die Chlorgasdämpfe laut Szenario ausgetreten waren.
Zum Einsatz kam dabei ein sogenannter Hydroschild, mit dessen Hilfe die Dämpfe niedergeschlagen
werden sollten. Optisch übrigens ein Hingucker: Über die flache und nach oben abgerundete Metallplatte bildete sich eine große Wand bestehend nur aus Wasser. Weil der Verbrauch entsprechend hoch ist, musste auch eine Schlauchleitung verlegt werden, damit die Wasserversorgung an der Einsatzstelle sichergestellt war.

Das alles geschah unter den Augen unter anderem von Eberdingens Kommandant Sattler, dem Leiter des Eberdinger Ordnungs- und Sozialamts, Bernd Unmüßig, sowie dem Kommandanten Thomas Korz aus Vaihingen. Die Kollegen der Vaihinger Wehr werden bei einem Brand der Stufe vier – das wäre zum Beispiel ein Gebäudebrand – automatisch mitalarmiert, erklärte Sattler.

Der Aufbau der Wasserleitung nimmt am meisten Zeit in Anspruch
Mit dem Ablauf des Einsatzes zeigte sich Sattler in einer ersten Analyse zufrieden.

Die Menschenrettung sei direkt eingeleitet
worden, die Wasserleitung, die schon logistisch am meisten Zeit in Anspruch nimmt, wurde dennoch zügig gelegt. „Das sieht gut aus“, lobte Sattler seine Kameraden, die die Übung auch insofern nahezu unter Ernstfallbedingungen durchgeführt haben, weil sie selbst über die genaue Uhrzeit der Alarmierung bewusst im Unklaren gelassen wurden. Sie warteten also nicht in den Gerätehäusern auf den Einsatz, sondern gingen zuhause ihrem Alltag nach, als der Alarm einging.

Text: Stefan Friedrich - Vaihinger Kreiszeitung


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